Informatik

build that wall – yes, we can – we build walls

 

Der Wahlkampfslogen “build that wall“ des designierten amerikanischen Präsidenten Donald Trump war auch Thema in der Abteilung Digitale Medien der Schülerfirma Geestlandia. Wir haben uns der Aussage mit unserer ganz eigenen Interpretation genähert. Wenn Herr Trump uns auffordert eine Mauer zu bauen, dann machen wir das doch. Dafür ganz nach Amerika zu reisen, das war uns dann doch zu weit. In Berlin stand ja auch mal eine Mauer, die haben wir wiederaufgebaut.

 

Sofort war uns klar, als technische Basis nehmen wir Minecraft, damit lassen sich schnell und einfach beliebige virtuelle Welten gestalten. Das Ausgangsmaterial für unsere Planungen lieferte uns Google, eine Vielzahl an Texten und Bildern, die wir einordnen und bewerten mussten. Jetzt waren die Mathematiker gefragt, die Analyse der Bilder und die Berechnung des richtigen Maßstabes haben die Jungs (Mädchen haben wir in unserer Abteilung leider nicht) mit hoher Exaktheit bewältigt. Dann ging es ans Bauen. Neben einer exakten Darstellung der Berliner Mauer, des Reichstages und des Brandenburger Tores wurde auch die Umgebung detailliert und maßstabsgetreu gebaut. Besonders detailgetreu wurde der antiimperialistische Schutzwall nachgebildet, auch Minen durften hier nicht fehlen. Da zeigt sich plötzlich Betroffenheit bei den Schülern, wie schlimm muss das damals gewesen sein. Auch hier haben wir uns mit unser ganz eigenen Denke der Situation genähert. Gedacht, gesagt, getan. Die Schüler entwickelten das digitale Spiel „Republikflucht“. Eine Klasse oder ein Kurs meldet sich mit einem Minecraft-Client in dieser virtuellen Welt an. Anschließend teilen sich die SchülerInnen in zwei Gruppen auf. Die Hälfte möchte über die Berliner Mauer flüchten, die andere Gruppe sind die Grenzsoldaten. Jetzt geht es los, in der virtuellen Minecraft-Welt wird eine Republikflucht simuliert, mit ungewissem Ausgang.

Unterstützt wurden wir bei diesem Projekt vom Medienpädagogischen Zentrum des Landkreises Stade. Herr Steinemann, der Leiter des MPZ Stade, hat uns die notwendigen Server bereitgestellt. Die virtuelle Welt und das Spiel gibt es noch, wenn sie Lust auf einen Fluchtversuch haben, melden sie sich einfach bei uns.

 

Aus einer Kooperation mit den Stader Museen ist ein neues Projekt entstanden. Der Kupferstecher Franz Hogenberg und der Lehrer Georg Braun veröffentlichten gegen Ende des 16. Jahrhunderts ihr Werk „Civitates orbis terrarum“. In diesem Werk ist Stade in einer Vogelperspektive dargestellt.

 

Wir bauen auf Basis dieses Kupferstiches Stade mit Minecraft nach, so wie es gegen Ende des 16. Jahrhunderts ausgesehen hat. Dass dies eine riesige Aufgabe ist, haben wir schnell festgestellt. Sobald wir die Straßen, Stadtmauern und Fundamente der Häuser gebaut haben brauchen wir Hilfe. Dazu werden wir mit Unterstützung der Stader Museen in den Schulen einen Aufruf starten, möglichst viele SchülerInnen mögen uns beim Bau unterstützen. Gemeinsam bauen wir – nicht getrennt durch eine Mauer.

 

 

Jörg Steinemann